For love one can die

Mit leeren Händen

FOR LOVE ONE CAN DIE - Es war nicht dieses Lied von Ennio Morricone, das ihn so berührte, als ich an seinem Bett saß und nichts anderes für ihn hatte als diese CD von Triology aus meinem Player. Ich sagte ihm, er solle mir ein Zeichen geben, irgendwas, und ich würde die Musik sofort ausmachen. Sicher war ich mir nicht, denn er hatte schon so lange nicht mehr gesprochen oder gegessen oder die Augen geöffnet gehabt.

Und ich wusste nichts, nicht über ihn, nicht über den Tod, nicht, ob das mit der Musik mehr für mich war als für ihn...nur dass ich hier bleiben würde bis zu seinem letzten Atemzug, wenn er es so wollte.

Gabriel's Oboe war es, zu dem er nach Tagen die Augenbrauen anhob. Vielleicht war es Zufall oder Poesie des Augenblicks, als sein Finger über meinen Unterarm strich, der unter seiner Hand lag. Später jedenfalls erzählte mir seine Frau, dass er begeisterter Musiker gewesen war.

Als er starb, lag seine Hand auf meinem Unterarm, wie fast die ganze Zeit, die wir zusammen verbrachten. Er erfüllte den Raum, ganz orange und warm und unendlich, und ließ mir etwas so Großes zurück, das ich gar nicht in ein Wort fassen mag.

Vielleicht ist es das, was "es" bedeutet: Wir kommen mit leeren Händen und sind genug.

 

 

🧡

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