A guates Graserl

Iss dich glücklich!

Es ist allgemein bekannt, dass Obst und Gemüse wichtige Nährstoffe für unseren Körper liefern und wir  hier gern kräftiger zuzulangen dürfen, wenn wir uns langfristig gesund und fit halten wollen. 5 Portionen pro Tag sollen es mindestens sein, wenn man sich an den Empfehlungen des österreichischen Gesundheitsministeriums oder der veganen Gesellschaft orientieren möchte. Dadurch versorgen wir unseren Körper nicht nur mit allem, was er so zum Funktionieren braucht, sondern können uns auch langfristig vor Krankheiten wie Krebs, Bluthochdruck, Herzkreislauferkrankungen usw. schützen.

 

Die Erkenntnis, dass wir über unsere Ernährungsweise auch ein mächtiges Instrument haben, um positiven Einfluss auf unsere Psyche zu nehmen, ist hingegen noch eher weniger verbreitet (von der Heilkraft der Kräuter und dem beglückenden Stück Schoko mal abgesehen). Aber genauso toll!

Risiko minimieren durch Gemüse

Wer gern aktiv ein herbstliches Stimmungstief vermeiden oder abfedern würde, darf sich freuen. Denn Studienergebnisse legen nahe, dass wir uns durch den ausgiebigen Genuss von Gemüse sogar vor dem Entstehen einer Depressionen schützen könnten.

 

What? Wie soll das denn gehen?

Eine mögliche Erklärung findet sich, wenn wir uns die Vorgänge im Gehirn ansehen. Dort soll es nämlich einen Unterschied geben zwischen dem Zusammenspiel der Kräfte, wenn wir uns in Balance befinden und jenem, wenn wir im depressiven Modus unterwegs sind. Es ist aus irgendwelchen Gründen etwas in Unordnung geraten. Klingt irgendwie logisch, oder?

Oberstübchen im Ungleichgewicht

Es gibt eine Theorie, wonach vermutet wird, dass bei einer Depression die Chemie im Gehirn durcheinandergeraten ist.

 

In unserem Oberstübchen tun sich Gehirnzellen je nach Aufgabe zusammen, um anstehende Aufträge zu erledigen. Sie vernetzen sich untereinander so, wie es gerade gebraucht wird.

Da die Zellen nicht direkt miteinander verbunden sind, tragen Botenstoffe (wir könnten uns diese so  vorstellen wie Fahrer von Zustelldiensten) die Informationen von einer Gehirnzelle zur anderen.

 

Zustelldienst Monoamine (Fahrer: u.a. Dopamin und Serotonin)

Es gibt verschiedene Arten an Zustelldiensten, und jeder von ihnen beschäftigt verschiedene Fahrer, die in der Zelle produziert werden und dort für sie zum Einsatz bereitstehen. Zum Beispiel wäre einer dieser Zustelldienst die sogenannten Monoamine. Zu ihren "Fahrern" gehören Serotonin und Dopamin.

 

Ein Capo namens MAO

Damit nicht zu viele eifrige Mitarbeiter unnütz in der Gehirnzelle herumlungern, wird die Menge der Fahrer kontrolliert. Diese Aufgabe übernimmt bei den Monoaminen ein Enzym namens Monoaminoxidase (kurz MAO genannt), das überschüssiges Personal abbaut.

 

Der erwähnten Theorie zufolge ist das personal (bwz. botenstoff-) abbauende MAO bei Menschen während einer depressiven Episode überaktiv -  es vertilgt zu viele der wichtigen Botenstoffe.

 

Mehr Personal von außen: Ausgleich über Antidepressiva

Um diesem Ungleichgewicht zu Leibe zu rücken, wurden Antidepressiva entwickelt, die versuchen, wieder mehr Personal (also Botenstoffe) einzuschleusen. Einigen Menschen kann damit Erleichterung verschafft werden.

 

Den Capo unter Kontrolle: Eine andere Art von Antidepressiva

Doch warum nicht das Übel an der Wurzel packen? Da ja die Überaktivität des Capo (also des MAO-Enzyms) für das Ungleichgewicht im Gehirn verantwortlich gemacht wird, liegt es doch eigentlich nahe, ein Medikament zu entwickeln, das den Capo ein wenig in seinen Personalvertilgungstendenzen einschränkt. Das wurde auch gemacht. Nur leider haben diese Medikamente (MAO-Hemmer) ernst zu nehmenden Risiken und wie alle Medikamente auch Nebenwirkungen.

Capo (MAO) auf sichere Weise im Griff

Wäre es nicht wunderbar, wenn dieser Capo (MAO) risikolos in Schranken gehalten werden könnte, sodass die Zustellungen wieder ordnungsgemäß funktionieren?

 

Wenn man der Forschung Glauben schenken darf, dann ist das möglich. Viele pflanzliche Lebensmittel enthalten Nährstoffe, die MAO auf natürliche Art zu unterdrücken scheinen. So passiert es dann gar nicht erst, dass zu viele "Fahrer" unserer Zustelldienste abgebaut werden. Damit werden günstige Voraussetzungen geschaffen, um im Gleichgewicht zu bleiben. So könnten wir das Risiko, eine Depression zu entwickeln, um bis zu 62 Prozent verringern, indem wir deutlich mehr Gemüse aufs Teller packen.

Die Menge macht's

Untersuchungen zeigen, dass wir durch unsere Ernährung kräftig auf unsere Psyche einwirken können. Je mehr Gemüse und Obst wir genießen, desto besser sollen wir uns auch psychisch fühlen, nämlich glücklicher, ruhiger und energiegeladener. Ohne Risiken, Nebenwirkungen und hohen (Folge-)Kosten. Um von der psychologischen Wirkung zu profitieren, brauchen wir täglich mindestens 6 Portionen Obst oder 7 Portionen Gemüse, also etwas mehr, als offiziell empfohlen wird. Warum sich die Ernährungspyramiden mit 5 Portionen begnügen, kann man z.B. auf der Seite der deutschen Gesellschaft für Ernährung nachlesen (vielleicht auch interessant, wie sich die Empfehlungen im Laufe der Geschichte vom "An apple a day" entwickelt haben...).

Puh...zu viel?

Wer jetzt schluckt, weil er oder sie schon Schwierigkeiten mit dem einen Apfel am Tag hat: Ja, es kann eine Herausforderung sein, mehr Gemüse und Obst in den Alltag zu integrieren. Es ist zeitlicher Aufwand, es kostet zu Beginn auch mehr und es ist eine Veränderung. Manchmal braucht es sogar einiges an Ideenreichtum, um Gemüseverweigerern zu Extra-Nährstoffen zu verhelfen.

 

Der zeitliche Aufwand ist eine Frage der Organisation, und wenn das mal durch ist, dann geht es schnell. Die zusätzlichen Kosten werden sich mit der Zeit womöglich wieder reduzieren, da ja irgendwann weniger vom ungünstigen Zeug verdrückt wird. Auch hier lässt sich einiges bewegen, wenn wir Offen nach Lösungen ausschau halten. Im Internet gibt es eine Fülle an Anregungen, wie zum Beispiel hier. Oder man tauscht sich mit Menschen aus, die auf dem Weg zu mehr Gemüse und Obst schon ein wenig weiter gegangen sind.

So könnte es was werden...

Alte Gewohnheiten hinter sich zu lassen oder sich an etwas Neues zu gewöhnen, kann ein kurzer oder längerer Weg sein. Je nachdem, wie wir aufbrechen. Wie bei allen kleinen und größeren Veränderungen ist es für die meisten von uns hilfreich, uns immer wieder aufs Neue klar zu werden oder uns daran zu erinnern, wozu wir das tun. Und wenn wir dabei im Sinn haben, für uns selbst optimal (vor-) zu sorgen, um so gesund und fit wie möglich das tun zu können, was wir im Leben so vorhaben, dann sind das bestimmt gute Voraussetzungen. Da darf dann auch mal was nicht so funktionieren, wie wir es uns vorgenommen haben. Dann geht es eben auf einem anderen Weg, oder langsamer. Das macht aber nichts. Denn es kommt auf die Richtung an. Und die stimmt immer, wenn wir uns entschieden haben, wirklich etwas für uns zu tun.

💛

[Text: Petra Ouschan. Inspired by: Dr. Michael Greger - "How not to die"]

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Unsere Psychologin Petra Ouschan ist als Beraterin und Supervisorin sowohl in unserer Praxis Zent als auch im Mailcoaching tätig. Außerdem entwickelt sie Kurse und Workshops und textet allerlei Nützliches.  Hier erfährst du mehr über sie.



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